Archiv der Kategorie 'Trash'

Feast (2005)

Eine Casting-Show der ganz besonderen Art veranstalten Matt Damon und Ben Affleck mit dem „Project Greenlight“ vor einigen Jahren in den USA. Für die Show wurden nicht etwa talentfreie „Popstars“ o.ä. gesucht, sondern das beste Drehbuch und ein Regisseur um den Film in Angriff zu nehmen. Die Gewinner bekamen ihr Projekt finanziert, und die Dreharbeiten zum Film gab es dann als Reality TV Show zu sehen. Nun kann man von dieser Prozedur halten was man will, das Ergebnis hat es in sich! „Feast“ wurde in den USA immerhin einen Abend in den Kinos gezeigt, und liegt inzwischen auf DVD vor. Als Ergebnis einer Casting-Show hätte ich persönlich mit einem weichgespülten Versuch, Mainstream-Kino zu imitieren gerechnet. Doch mit „Feast“ geht Regisseur John Gulager den entgegengesetzten Weg!

Story: In einer staubigen Absteige irgendwo in der Wüste schlagen ebenso heruntergekommene Gäste und Personal die Zeit mit Whiskey, Billiard und blöden Sprüchen tot. Plötzlich reißt ein blutüberströmter Fremder mit Knarre die Tür auf und warnt vor einer Rotte gefrässiger Monster, die gleich die Bar überfallen wird. Die blutgierigen und notgeilen Kreaturen lassen nicht lange auf sich warten, und für die Leute in der Bar beginnt der gnadenlose Überlebenskampf.

Feast prescht von Beginn an mit Turbo-Erzählgeschwindigkeit los, die Einführung der Charaktäre wird durch Standbilder mit Kurzinfo über Name, Job und Lebenserwartung erledigt. Danach geht es richtig zur Sache, Blut spritzt und Köpfe fliegen. Trotzdem bleibt noch genügend Zeit für trockene Sprüche und die witzige Interaktion der unterschiedlichen Typen.

Fazit: Cooler, spassiger und brutaler Monster-Horror-Streifen im B-Movie-Style – angucken!

Doomsday (2008)

Ihren großen Boom erlebten Endzeitfilme in den 80ern, als zum einen damals breit diskutierte Themen wie die Umweltzerstörung, die Gefahren der Atomkraft und ein möglicher nuklearer Weltkrieg das Ende der Zivilisation greifbar nahe scheinen liessen. Der Tschernobyl-Schock saß in den Knochen, Aids wurde als relevante Gefahr erkannt, das Ozonloch und der Treibhauseffekt zum Thema. Zum anderen trieben konservative Führungsfiguren wie Ronald Reagen (oder Helmut Kohl) mit ihrer restaurativen Politik den Menschen im Westen Hoffnungen auf eine bessere Zukunft gründlich aus. Auf der Leinwand nahmen Mad Max, Terminator und Konsorten den Untergang der Menschheit bereits vorweg.

Endzeitvisionen haben inzwischen ihr Comeback auf die Leinwand geschafft: „The Happening“, „Cloverfield“, „I am Legend“, „28 Weeks later“ und „Resident Evil: Extinction“ sind nur die erfolgreichsten Beispiele. Mit „Doomsday“ versuchte sich nun auch „The Descent“-Regisseur Neil Marshall am apokalyptischen Genre.

Story: Im Jahr 2008 bricht in Glasgow das tödliche Reaper-Virus aus, und rafft in Windeseile zehntausende dahin. Die britische Regierung ruft das Kriegsrecht aus, zieht einen Schutzwall um Schottland und überläßt die dortige Bevölkerung schutzlos dem Virus. Wer versucht aus dem verseuchten Gebiet zu flüchten, wird von der Army niedergemetzelt.

30 Jahre später wurde immer noch kein Gegenmittel gegen die Krankheit gefunden. Das Seuchengebiet ist immer noch eingemauert und Selbstschussanlagen tun ihren Dienst an der Grenze zu Schottland. Plötzlich bricht das Virus erneut aus, und zwar mitten im Herzen Londons. Die britische Regierung beginnt auch die Londoner einzumauern, doch ein letzter Versuch soll vorher noch unternommen werden: aus dem schottischen Seuchengebiet sind Lebenszeichen nach Großbrittannien gedrungen, eine Spezialeinheit soll in die Virus-Enklave eindringen und dort nach einem Gegenmittel suchen.

Nun beginnt der eigentliche Fun, denn die eingemauerten Überlebenden sind in den letzten Jahrzehnten auch nicht untätig gewesen und haben ihre eigenen brutalen Gesellschaftsformen aufgebaut.

Zahlreiche Zitate aus Mad Max, Die Klapperschlange und aktuellen Zombie-Virus-Reissern werden fortan zu einer ebenso witzigen wie brutalen Melange verrührt, die sich sogar noch Zeit für Sozialkritik nimmt. Dass die Hauptdarstellerin Rhona Mitra samt ihrer Eliteeinheit zu keiner Zeit irgendwelche Sympathien beim Zuschauer weckt, dürfte dabei durchaus beabsichtigt sein.

Fazit: spassiges Actionkino mit dem nötigen Schuss Gewalt und nachdenkenswerter Message!

die besten Trailer

Ich warte ja immer noch sehnsüchtig auf die Verfilmung zu den Fake-Trailern in Grindhouse. Angeblich soll ja Machete ja tatsächlich irgendwann in die Kinos kommen, meint zumindest Danny Trejo, Hauptdarsteller und Cousin von Robert Rodriguez. Das wär natürlich ein Traum! Aber „Werewolf Women of the SS“ und „Thanksgiving“ gehören auch auf die Leinwand!


Machete


Werewolf Women of the SS, Don`t, Thanksgiving

Jack Frost – der eiskalte Killer (1996)

Story: Jack Frost ist ein brutaler Serienkiller, der bereits 38 Opfer ebenso gewissen- wie grundlos abgeschlachtet hat. Ausgerechnet einem Dorfsheriff aus einem winzigen Kaff gelingt, was FBI und Staatspolizei nicht glücken mag – er schnappt Jack Frost. Der wird zur Todesstrafe verurteilt und soll in einer kalten Winternacht zu seiner Hinrichtung transportiert werden. Doch ein Schneesturm macht den Gesetzeshütern einen Strich durch die Rechnung – der Gefangenentransport kollidiert mit einem Lastwagen. Jack Frost versucht zu fliehen, wird aber von der Ladung des Lasters erfasst – genetisch veränderten Chemie-Abfällen! Jacks Körper löst sich in der Mischung aus Schnee und grüner Giftmüll-Soße vollkommen auf, und die Polizei hält das „Problem Frost“ damit für gelöst.
Doch es kommt natürlich anders: Jack Frosts Gene verbinden sich mit der Substanz und den Schneemolekülen, einer neuer Superschurke ist geboren, der Eis und Schnee beherrscht und seinen Körper beliebig verformen kann. Doch am liebsten tritt Jack in einer ganz besonderen Form auf: als übergroßer Killerschneemann!

Review: Jack Frost ist eine wahre Trash-Perle, die sich selbst kaum ernst nimmt. Der Killer-Schneemann hat immer einen coolen Spruch auf den eisigen Lippen wenn er tötet – da macht auch das vollkommene Fehlen moderner FX nichts aus. Meistens ist nur ein Arm oder der Kopf des Schneemanns zu sehen. Wie der Schnee-Dämon auf dem DVD-Cover sieht Jack übrigens in keinster Weise aus, eher wie ein ganz normaler Schneemann eben. Die Bildqualität erinnert an alte Alf-Folgen o.ä… Bei der Schilderung des „glücklichen Dorlflebens“ geht dem Film etwas das Tempo verloren, sobald Jack wieder mordet zieht die Spannung wieder an. Als „Jill Metzner“ ist übrigens Shannon Elizabeth in einer ihrer ersten größeren Rollen zu sehen. Jack nimmt sich die heiße Jill natürlich vor und zeigt ihr, was seine Karotte alles kann…

Fazit: Für feuchtfröhliche Runden ist Jack Frost uneingeschränkt zu empfehlen, da läuft ihm höchstens das eigene Sequel den Rang ab. Auch sonst macht der Killerschneemann Spaß, wenn man keine Hollywoodmaßstäbe anlegt. 6/10 mutierten Killerschneemännern.

Trailer (englisch):

Spoiler-Video: Jack Frost & Shannon Elizabeth