Archiv der Kategorie '(Post)Apokalypse'

Terminator – Die Erlösung (2009)

Der vierte Teil der Terminator-Reihe spielt diesmal nach der Apokalypse, das militärische Computernetz Skynet hat bereits mit der Vernichtung der Menscheit begonnen. Während die Vorgänger das Bild eines zahlenmässig und waffentechnisch vollkommen unterlegen menschlichen Widerstands zeichnen, sieht die Gegenwehr der Menschen in Teil vier vollkommen anders aus. Mit Kampfhubschraubern, U-Booten, Jagdbombern und einer ebenso gut organsierten wie schlagkräftigen Armee wird den Maschinen Paroli geboten. Endzeit-Stimmung mag deshalb trotz zerstörter Kulissen und grau-brauner Optik nicht so richtig aufkommen. Während in den Vorgängern sich die Technik gegen den Menschen wendet, ist in \“Terminator: Salvation\“ von diesem Motiv kaum noch etwas zu spüren. Der Widerstand benutzt wie selbstverständlich modernste Technologie und verlässt sich auf Computersysteme. Anscheinend ist Skynet plötzlich doch nicht total vernetzt, und hat entweder keine Lust oder keine Möglichkeit, die Militärtechnik der Menschen gegen diese zu verwenden. Aus Skynet wird so ein ganz normaler Gegner in irgendeinem Krieg. Besonders intelligent ist das Computernetz übrigens auch nicht, es lässt sich ständig von den Menschen an der Nase herumführen, vergißt eigene Pläne und legt keinen Wert darauf, die menschlichen Stützpunkte per Satelit zu orten oder gar anzugreifen. Statt dessen überlässt Skynet im Film die Initiative den Menschen, die davon natürlich auch Gebrauch machen um Stellungen der Maschinen anzugreifen. Von der übermenschlichen Bedrohung, die in den anderen Teilen durchschimmerte, ist in Terminator IV kaum noch etwas übrig.

Neben der fehlenden Endzeit-Stimmung fällt das Drehbuch auch wegen zahlreicher weiterer Schwächen durch. John Connor ist anders als in den Vorgängern angekündigt keineswegs Anführer der Rebellen, sondern nur eine Nebenfigur. Trotzdem wird er auf Skynets Abschussliste als Nr.2 geführt. Auf Platz 1 steht der junge Kyle Reese, der Jahre später von den Menchen in die Vergangenheit zurück geschickt werden wird, um Connor zu zeeugen. Davon wissen die Maschinen zwar gar nichts, trotzdem möchten sie Connor durch die Exekution des Vaters ausschalten. Skynet nimmt dann auch Reese gefangen, vergisst seinen eigentlichen Plan aber sofort und lässt ihn am Leben. Selbstverständlich rächt sich soviel Dummheit im Verlaufe des Films dann auch.

Schauspielerisch wird in Terminator IV ebenfalls nicht viel geboten, Christian Bale spielt wie immer – zwischen John Connor, Bruce Wayne und Patrick Bateman ist kein Unterschied zu erkennen. Connor wird so zum seelenlosen Gewaltfetischisten degradiert, es bleibt wirklich unerklärlich wieso Bale nicht für die Rolle eines Terminators gecastet wurde. Die Hauptrolle des von Skynet mit Maschinenteilen ergänzten Hybriden Marcus wirkt stets menschlicher und sympathischer Connor.

Fazit: Terminator-Fans sollten von diesem Machwerk unbedingt die Finger lassen, es ist ganz klar der mit Abstand schlechteste Teil der Reihe und sollte ähnlich wie die Fortsetzungen von Matrix lieber ganz in Vergessenheit geraten. Glänzte Terminator III zwar nicht mit Inovation, aber wenigstens mit Witz, Selbstironie und Action, ist der vierte Teil nur noch eine mit Transformers-Elementen garnierter Science-Fiction Abklatsch von platten Kriegsfilmen á la Rambo & Co. Lieber nicht anschauen!

Doomsday (2008)

Ihren großen Boom erlebten Endzeitfilme in den 80ern, als zum einen damals breit diskutierte Themen wie die Umweltzerstörung, die Gefahren der Atomkraft und ein möglicher nuklearer Weltkrieg das Ende der Zivilisation greifbar nahe scheinen liessen. Der Tschernobyl-Schock saß in den Knochen, Aids wurde als relevante Gefahr erkannt, das Ozonloch und der Treibhauseffekt zum Thema. Zum anderen trieben konservative Führungsfiguren wie Ronald Reagen (oder Helmut Kohl) mit ihrer restaurativen Politik den Menschen im Westen Hoffnungen auf eine bessere Zukunft gründlich aus. Auf der Leinwand nahmen Mad Max, Terminator und Konsorten den Untergang der Menschheit bereits vorweg.

Endzeitvisionen haben inzwischen ihr Comeback auf die Leinwand geschafft: „The Happening“, „Cloverfield“, „I am Legend“, „28 Weeks later“ und „Resident Evil: Extinction“ sind nur die erfolgreichsten Beispiele. Mit „Doomsday“ versuchte sich nun auch „The Descent“-Regisseur Neil Marshall am apokalyptischen Genre.

Story: Im Jahr 2008 bricht in Glasgow das tödliche Reaper-Virus aus, und rafft in Windeseile zehntausende dahin. Die britische Regierung ruft das Kriegsrecht aus, zieht einen Schutzwall um Schottland und überläßt die dortige Bevölkerung schutzlos dem Virus. Wer versucht aus dem verseuchten Gebiet zu flüchten, wird von der Army niedergemetzelt.

30 Jahre später wurde immer noch kein Gegenmittel gegen die Krankheit gefunden. Das Seuchengebiet ist immer noch eingemauert und Selbstschussanlagen tun ihren Dienst an der Grenze zu Schottland. Plötzlich bricht das Virus erneut aus, und zwar mitten im Herzen Londons. Die britische Regierung beginnt auch die Londoner einzumauern, doch ein letzter Versuch soll vorher noch unternommen werden: aus dem schottischen Seuchengebiet sind Lebenszeichen nach Großbrittannien gedrungen, eine Spezialeinheit soll in die Virus-Enklave eindringen und dort nach einem Gegenmittel suchen.

Nun beginnt der eigentliche Fun, denn die eingemauerten Überlebenden sind in den letzten Jahrzehnten auch nicht untätig gewesen und haben ihre eigenen brutalen Gesellschaftsformen aufgebaut.

Zahlreiche Zitate aus Mad Max, Die Klapperschlange und aktuellen Zombie-Virus-Reissern werden fortan zu einer ebenso witzigen wie brutalen Melange verrührt, die sich sogar noch Zeit für Sozialkritik nimmt. Dass die Hauptdarstellerin Rhona Mitra samt ihrer Eliteeinheit zu keiner Zeit irgendwelche Sympathien beim Zuschauer weckt, dürfte dabei durchaus beabsichtigt sein.

Fazit: spassiges Actionkino mit dem nötigen Schuss Gewalt und nachdenkenswerter Message!