Archiv der Kategorie 'Horror'

Frontier(s) (2008)

Xavier Gens verläßt mit „Frontier(s)“ die Mainstreampfade, die er mit „Hitman“ beschritten hat, und liefert ein Brett ab, dass das Prädikat „Terrorfilm“ wirklich verdient. Wie schon bei „High Tension“ zeigt sich, dass Frankreichs Horrorfilmer inzwischen auf Augenhöhe mit ihren amerikanischen Kollegen metzeln.

Story: In den Französischen Vorstädten regiert die Gewalt, brutale Polizeieinheiten liefern sich Straßenschlachten mit protestierenden Jugendlichen, gezündelt wird an allen Ecken und Enden. Eine Gruppe junger Leute nutzt das Chaos für einen Überfall und versucht mit der Beute ins Ausland zu entkommen. Doch ein Zwischenstopp in einem heruntergekommenen Hotel beendet die Pläne der Clique auf brutale Weise.

Fazit: Ekelhaftere und abstoßendere Filmbösewichte gab es schon lange nicht mehr. Die deutsche DVD wurde leider durch die Zensur furchtbar zerstückelt, doch selbst diese Version geht noch extrem an die Nieren. Bild- und Soundqualität sind auf Hollywood-Niveau. Wer „Hills have Eyes“ oder Michael Bays „Texas Chainsaw Massacre“ mochte, kann bedenkenlos zugreifen.

Army of the Dead (2008)

Army of the Dead versucht beim unbedarften Videothekenbesucher einerseits mit dem inzwischen überhand nehmenden „of the Dead“ im Titel an Romero, und mit Titel, Aufmachung und Hinweis auf der Hölle an den genialen „Armee der Finsternis“ zu erinnern. Vorsicht! Es handelt sich dabei um unansehbaren Schrott, der über solche Wiedererkennungseffekte versucht armen Horrorfans Geld aus der Tasche zu ziehen! Zwar gibt es auch hier eine Skelettarmee, die aber tricktechnisch noch um einiges schlechter in Szene gesetzt wurde als in Army of Darkness von 93. Jede Form von Humor geht „Army of the Dead“ ab, Brutalität, Grusel oder Spannung sucht man ebenfalls vergeblich. Hände weg!

P.S.: Ach ja, die Story: Eine Handvoll Studenten fährt mit ihrem Professor in die Wüste, hört von einem verfluchten Schatz, sucht ihn und findet eine Skelett-Armee.

Feast (2005)

Eine Casting-Show der ganz besonderen Art veranstalten Matt Damon und Ben Affleck mit dem „Project Greenlight“ vor einigen Jahren in den USA. Für die Show wurden nicht etwa talentfreie „Popstars“ o.ä. gesucht, sondern das beste Drehbuch und ein Regisseur um den Film in Angriff zu nehmen. Die Gewinner bekamen ihr Projekt finanziert, und die Dreharbeiten zum Film gab es dann als Reality TV Show zu sehen. Nun kann man von dieser Prozedur halten was man will, das Ergebnis hat es in sich! „Feast“ wurde in den USA immerhin einen Abend in den Kinos gezeigt, und liegt inzwischen auf DVD vor. Als Ergebnis einer Casting-Show hätte ich persönlich mit einem weichgespülten Versuch, Mainstream-Kino zu imitieren gerechnet. Doch mit „Feast“ geht Regisseur John Gulager den entgegengesetzten Weg!

Story: In einer staubigen Absteige irgendwo in der Wüste schlagen ebenso heruntergekommene Gäste und Personal die Zeit mit Whiskey, Billiard und blöden Sprüchen tot. Plötzlich reißt ein blutüberströmter Fremder mit Knarre die Tür auf und warnt vor einer Rotte gefrässiger Monster, die gleich die Bar überfallen wird. Die blutgierigen und notgeilen Kreaturen lassen nicht lange auf sich warten, und für die Leute in der Bar beginnt der gnadenlose Überlebenskampf.

Feast prescht von Beginn an mit Turbo-Erzählgeschwindigkeit los, die Einführung der Charaktäre wird durch Standbilder mit Kurzinfo über Name, Job und Lebenserwartung erledigt. Danach geht es richtig zur Sache, Blut spritzt und Köpfe fliegen. Trotzdem bleibt noch genügend Zeit für trockene Sprüche und die witzige Interaktion der unterschiedlichen Typen.

Fazit: Cooler, spassiger und brutaler Monster-Horror-Streifen im B-Movie-Style – angucken!

The Cottage (2008)

Durch Zufall landete neulich „The Cottage“ in meinem DVD-Player, ein zu Unrecht unbekanntes Horror-Buddy-Movie aus Great Britain. Ein aus zwei Vollidioten und einem Choleriker bestehendes Gauner-Trio entführt die Tochter eines Gangsterbosses, um sich mit der erpressten Kohle endlich eigene Wohnungen leisten zu können. Doch die Entführte (Hot: Jennifer Ellison) ist nicht so leicht zu bändigen und der Gangsterboss auch nichts sehr kooperativ. Doch das sind Peanuts im Vergleich zu den Problemen, die die Gauner in ihrem als Versteck gedachten Ferienhaus auf dem Lande noch erwarten!

Fazit: Eine rundum gelungene Horror-Comedy-Produktion, die mit vertrottelten Möchtegern-Gangstern und der nötigen Prise Gore zu begeistern weiss.

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